| Wann ist ein Kreditvertrag sittenwidrig?
Die Form des Kreditvertrages
Kreditverträge müssen grundsätzlich schriftlich abgeschlossen werden. Das Kreditinstitut ist zu folgenden Angaben verpflichtet
- Kredithöhe
- Zinsen und alle sonstigen Kosten
- Effektiver Jahreszins
- Höhe und Anzahl der zu zahlenden Raten
Fehlen im Kreditvertrag diese vorgeschriebenen Angaben, so ist er nichtig. Allerdings nur, wenn die Auszahlung des Kredits noch nicht erfolgt ist.
Kosten eines Kredits
Die Kreditkosten dürfen eine bestimmte Höhe nicht überschreiten. Um zu überprüfen, ob eine Zinsüberhöhung vorliegt, ist der effektive Jahreszins mit dem „marktüblichen“ Kreditpreis zu vergleichen. Um an diese Informationen zu kommen, kannst du dich an die Schuldner- oder Verbraucherberatung wenden. Richtwert ist hier der Schwerpunktzins der Deutschen Bundesbank (Nicht zu verwechseln mit der Deutschen Bank) zum Zeitpunkt des Kreditabschlusses.
Liegt der effektive Jahreszins des vergleichbaren Kredits um 100 % über dem Effektivzins eines marktüblichen Darlehns, dann ist der abgeschlossene Kreditvertrag in der Regel sittenwidrig.
Es müssen jedoch noch zusätzlich belastende Kreditbedingungen hinzukommen, die den Kreditnehmer unangemessen benachteiligen, bevor ein Kreditvertrag für unwirksam erklärt wird.
Wer seinen Kreditvertrag auf Sittenwidrigkeit überprüfen lassen möchte, kann sich an eine Verbraucher- oder Schuldnerberatung wenden.
Folgen von Sittenwidrigkeit
Ist der Kreditvertrag sittenwidrig, muss der Kreditnehmer nur den aufgenommenen Nettokredit sowie, falls eine Restschuldversicherung abgeschlossen wurde, die Hälfte der Versicherungsprämie zurückzahlen. Zinsen und sonstige Kosten müssen nicht bezahlt werden. |